21.09.2026 · by Thomas Giblin

Pokémon Karten versenden – so bitte nicht | SBC-Art

Pokémon Karten versenden – so bitte nicht | SBC-Art

Pokémon Karten versenden – so bitte nicht! 🚨

Ich bin Thomas – oder, wie mich inzwischen viele aus der Pokémon- und TCG-Welt kennen: CrazyIrish.

Und heute geht es einmal um ein Thema, bei dem selbst ich meinen Humor kurz an die Seite stellen muss:

den Versand von Pokémon Karten.

Denn eine wunderschöne Karte kann perfekt beschrieben, sauber fotografiert und zu einem fairen Preis verkauft worden sein – wenn sie anschließend schlecht verpackt auf die Reise geschickt wird, kann am Ende trotzdem alles für die Katz gewesen sein.

„Wie sollte diese Karte diese Reise eigentlich unbeschadet überstehen?“

Leider habe ich inzwischen einige Sendungen gesehen und selbst erhalten, bei denen genau diese Frage durch meinen Kopf ging.

Deshalb möchte ich heute einmal ganz bewusst zeigen, wie man Pokémon Karten meiner Meinung nach nicht verschicken sollte.

Keine Namen. Kein Bashing. Kein Fingerzeigen.

Einfach echte Erfahrungen aus dem Alltag eines Sammlers und Händlers.

Ein Umschlag ist noch lange keine sichere Verpackung

Der häufigste Denkfehler beim Versand ist wahrscheinlich ziemlich einfach:

Die Karte ist klein, also reicht auch eine kleine und dünne Verpackung.

Leider funktioniert das so nicht.

Eine Pokémon Karte mag nur wenige Gramm wiegen – aber sie ist empfindlich.

Ecken können beschädigt werden.
Kanten können Whitening bekommen.
Oberflächen können zerkratzt werden.
Karten können sich verbiegen.

Und selbst ein stabiler PSA-, CGC- oder anderer Grading-Slab ist nicht unzerstörbar.

Ein Slab ist Schutz für die Karte. Er ist aber kein Panzer. 😄

Was eine Sendung unterwegs wirklich erlebt

Wenn wir einen Brief oder ein Paket abschicken, verschwindet es für uns zunächst einfach aus dem Blickfeld.

Aber damit beginnt eigentlich erst die Reise.

Moderne Versandnetze bewegen täglich riesige Mengen an Briefen und Paketen. Sendungen werden transportiert, sortiert, weitergeleitet und erneut verladen.

Dabei kommen automatisierte Fördertechnik, Rollen, Sortieranlagen und verschiedene Umschlagpunkte zum Einsatz.

Das bedeutet ganz automatisch:

➜ Eine Sendung wird bewegt.
➜ Sie kann Druck bekommen.
➜ Sie kann gestoßen werden.
➜ Andere Sendungen können darauf liegen.
➜ Sie kann an Kanten oder anderen Verpackungen entlanglaufen.

Und genau dafür muss die Verpackung ausgelegt sein.

Das ist übrigens überhaupt kein Vorwurf an Zusteller oder Paketdienste.

Wer Millionen von Sendungen bewegt, kann nicht jede einzelne Pokémon Karte mit weißen Handschuhen und Samtkissen persönlich bis zur Haustür tragen. 😄

Die Verantwortung beginnt deshalb beim Versender.

Der Klassiker: „Wird schon gutgehen“

Dieser Satz funktioniert so lange wunderbar, bis es einmal nicht gutgeht.

Eine Karte nur in einen dünnen Umschlag zu stecken, vielleicht noch ein Stück Papier darum und fertig – das kann hundertmal funktionieren.

Aber beim 101. Mal kommt der Umschlag geknickt oder beschädigt an.

„Bisher ist aber immer alles angekommen.“
Genau dieser Satz hilft niemandem mehr, wenn es beim nächsten Mal schiefgeht.

Gerade bei Sammelkarten sollte die Verpackung nicht darauf ausgelegt sein, dass unterwegs möglichst nichts passiert.

Sie sollte darauf ausgelegt sein, dass unterwegs etwas passieren kann.

Echte Beispiele – genau deshalb schreibe ich diesen Beitrag

Das Bild zu diesem Beitrag zeigt einige Beispiele, wie Verpackungen tatsächlich bei mir angekommen sind.

❌ Aufgerissene Umschläge
❌ Eingedrückte Kartons
❌ Beschädigte Versandtaschen
❌ Zu wenig Schutz
❌ Sammlerstücke direkt an der Außenverpackung

Teilweise sieht man sehr deutlich, welche Kräfte während eines normalen Transports auf eine Sendung wirken können.

Eine gute Verpackung muss nicht nur schön aussehen, wenn sie losgeschickt wird. Sie muss ihren Inhalt schützen, wenn sie am Ziel ankommt.

Problem Nummer 1: Die Karte liegt zu lose

Wenn sich eine Karte innerhalb der Verpackung frei bewegen kann, ist das für mich immer ein Warnzeichen.

Denn jede Bewegung bedeutet zusätzliche Belastung.

Die Karte oder der Slab kann immer wieder gegen die Innenwand schlagen. Bei längeren Transportwegen passiert das möglicherweise nicht einmal, sondern sehr oft.

Das bedeutet Reibung, Stöße und Druck auf dieselben Stellen.

Bei Raw Cards kann das Ecken und Kanten treffen. Bei Graded Cards kann der Kunststoff beschädigt werden.

Ein Sammlerstück sollte innerhalb einer Verpackung nicht spazieren gehen können.

Problem Nummer 2: Keine feste Verstärkung

Gerade bei einzelnen Raw Cards sehe ich immer wieder Verpackungen, bei denen praktisch keine feste Schutzschicht vorhanden ist.

Ein Sleeve schützt vor Kratzern. Ein Sleeve verhindert aber keinen Knick.

Auch ein dünner Umschlag verhindert keinen Knick.

Wenn eine Sendung zwischen anderen Sendungen Druck bekommt oder ungünstig belastet wird, braucht eine Karte etwas, das diese Kräfte verteilt.

Das kann beispielsweise ein Toploader, Semi Rigid Card Holder oder eine zusätzliche stabile Verstärkung sein.

Welche Methode man benutzt, ist Geschmackssache.

Aber irgendetwas Stabiles sollte zwischen der Karte und der Außenwelt liegen.

Problem Nummer 3: Zu wenig Polsterung

Besonders wichtig wird das bei hochwertigen Karten und Slabs.

Ein Grading-Slab fühlt sich stabil an und kann deutlich mehr ab als eine rohe Karte.

Aber auch Kunststoff kann reißen, brechen, zerkratzt oder an den Ecken beschädigt werden.

Wenn ein Slab direkt im Karton liegt und keinerlei Stoßschutz hat, muss der Slab praktisch jede Bewegung selbst abfangen.

Die Verpackung sollte die Energie aufnehmen – nicht das Sammlerstück.

Problem Nummer 4: Ein Luftpolsterumschlag löst nicht automatisch alles

Luftpolsterumschläge sind grundsätzlich eine praktische Sache.

Aber auch hier gilt:

Ein Luftpolsterumschlag ist nur ein Teil des Schutzes.

Wenn eine Karte darin ohne ausreichende Verstärkung liegt, bleibt sie gegenüber Knicken und starkem Druck empfindlich.

Das Luftpolster kann Stöße dämpfen.

Es ersetzt aber keine stabile Konstruktion rund um die Karte.

Problem Nummer 5: Der berühmte „Vorsicht zerbrechlich“-Aufkleber

Ich liebe diese Aufkleber. 😄

Sie sehen wichtig aus und sagen:

„Bitte aufpassen, hier ist etwas Wertvolles drin.“

Als zusätzlicher Hinweis sind sie vollkommen in Ordnung.

Aber: Ein Aufkleber ist keine Verpackung.

Er macht einen dünnen Karton nicht stabiler.

Er verhindert kein Verrutschen.

Er polstert keinen Slab.

Und er schützt keine Karte vor einem Knick.

Wenn außen groß „Vorsicht zerbrechlich“ steht, sollte innen trotzdem so verpackt sein, als hätte niemand diesen Aufkleber gesehen.

Bei Pokémon kann ein kleiner Schaden einen großen Unterschied machen

Wir reden im TCG-Bereich häufig über winzige Unterschiede.

Ein kleiner weißer Punkt auf einer Ecke.
Eine minimale Beschädigung an einer Kante.
Ein feiner Kratzer auf der Oberfläche.
Eine kleine Druckstelle.

Für jemanden, der einfach irgendeine Spielkarte in der Hand hält, klingt das vielleicht völlig übertrieben.

Für Sammler ist es Alltag.

Denn der Zustand einer Pokémon Karte spielt beim Sammeln, beim Verkauf und besonders beim Grading eine entscheidende Rolle.

Wenn eine Karte als Near Mint oder Mint gekauft wurde und durch den Versand beschädigt wird, ist das nicht einfach nur ein kosmetisches Problem.

Es kann den Wert des Sammlerstücks verändern.

Gerade beim Grading zählt jedes Detail

Viele Karten werden gekauft, weil der neue Besitzer sie später zu PSA, CGC oder einem anderen Grading-Unternehmen schicken möchte.

Dann geht es plötzlich um Centering, Ecken, Kanten und Oberfläche.

Und genau deshalb ist es doch verrückt, eine potenziell hochwertige Karte vorher schlecht verpackt durch Deutschland oder Europa zu schicken.

Billiger Versand kann am Ende ziemlich teuer werden

Natürlich kostet Verpackungsmaterial Geld.

Kartons kosten Geld. Luftpolster kostet Geld. Schaumstoff kostet Geld. Versandtaschen kosten Geld. Klebeband kostet Geld.

Aber trotzdem gibt es für mich einen Punkt, an dem Sparen einfach keinen Sinn mehr ergibt.

Wenn ich eine Karte für 100, 200, 500 oder vielleicht mehrere Tausend Euro verschicke, darf der Schutz nicht an ein paar Cent Verpackungsmaterial scheitern.

Denn eine Reklamation, eine Rückerstattung oder eine beschädigte Karte kostet am Ende viel mehr.

Ganz zu schweigen vom Vertrauen des Käufers.

Und eigentlich ist Vertrauen der wichtigste Punkt

Geld kann man erstatten.

Eine beschädigte Karte kann man vielleicht ersetzen.

Vertrauen ist schwieriger.

Wenn jemand zum ersten Mal bei mir kauft und seine Karte ordentlich geschützt bei ihm ankommt, ist das vielleicht nur ein kleines Detail.

Aber genau aus diesen kleinen Details entsteht ein Eindruck.

Und andersherum genauso.

Wenn jemand eine tolle Karte kauft und dann einen halb zerstörten Umschlag aus seinem Briefkasten zieht, bleibt ebenfalls ein Eindruck hängen.

Nur eben der falsche.

Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen

Mir ist dieser Punkt wichtig.

Die Bilder sind nicht dazu da, einzelne Verkäufer schlechtzumachen.

Und sie sind auch nicht dazu da, irgendeinem Paket- oder Briefdienst pauschal die Schuld zu geben.

Beim Transport passieren Dinge. Das lässt sich nicht vollständig verhindern.

Aber genau deshalb sollten wir als Verkäufer vernünftig darauf vorbereitet sein.

Wenn ein Karton außen beschädigt wird, aber die Karte innen durch Polsterung und Verstärkung völlig unversehrt bleibt, dann hat die Verpackung ihren Job gemacht.

Genau dafür ist sie da.

Was ich beim Versand niemals vergessen möchte

Auf meinem Tisch liegt vielleicht gerade nur „eine Bestellung“.

Für den Käufer kann diese eine Karte aber etwas ganz anderes sein.

Vielleicht hat er monatelang danach gesucht.
Vielleicht fehlt genau diese Karte noch im Master Set.
Vielleicht ist sie ein Geburtstagsgeschenk.
Vielleicht ist es seine erste hochwertige PSA-Karte.
Vielleicht hat er lange dafür gespart.

Ich kann nicht wissen, welche Geschichte hinter jedem Kauf steckt.

Aber genau deshalb sollte ich mit jedem Sammlerstück vernünftig umgehen.

Mein CrazyIrish-Fazit: So bitte nicht!

Ich werde niemals behaupten, dass meine eigene Verpackung unzerstörbar ist.

Das wäre Unsinn.

Auch die beste Verpackung der Welt kann irgendwann an ihre Grenzen kommen.

Aber ich kann als Verkäufer dafür sorgen, dass eine Karte eine vernünftige Chance hat, ihren Käufer genauso zu erreichen, wie sie meinen Tisch verlassen hat.

❌ Keine lose Karte im Umschlag.

❌ Keine wertvolle Karte ohne feste Verstärkung.

❌ Kein Slab ohne Stoßschutz.

❌ Kein Paket, in dem der Inhalt frei herumfliegt.

❌ Nicht darauf hoffen, dass unterwegs schon nichts passiert.

Denn Hoffnung ist keine Verpackungsmethode. 😄

Im zweiten Teil drehe ich das Ganze um.

Dort zeige ich euch, wie wir bei SBC Art Pokémon Karten und Graded Cards verpacken, welche Schutzschichten wir verwenden und warum ich beim Verpacken lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu sorglos bin.

Denn am Ende geht es nicht darum, ein Paket möglichst schnell vom Tisch zu bekommen.

Es geht darum, dass auf der anderen Seite jemand sitzt, der sich auf seine Karte freut.

Und genau so sollte sie auch bei ihm ankommen.

Collect with Passion. Protect with Pride.
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